Wanderung von Marciana zur Einsiedelei San Cerbone
Diese Wanderung gehört zu den schönsten Touren im Westen Elbas. Sie verbindet das historische Bergdorf Marciana mit der abgelegen im Kastanienwald liegenden Einsiedelei San Cerbone und führt anschließend über aussichtsreiche Höhenwege zurück.
| Ausgangspunkt | Marciana, Kirche |
| Höhenunterschied | 450 Meter |
| Wanderzeit | 4,5 Stunden |
| Länge | 6,2 km |
| Schwierigkeitsgrad | mittelschwer |
Tourenbeschreibung
Man bricht in Marciana auf, einem alten mittelalterlichen Dorf, das gut mit den öffentlichen Linienbussen erreichbar ist. Der Ausgangspunkt ist die Pfarrkirche „St. Caterina“. Wenn Du durch das mittelalterliche Portal der „Lorena“ trittst, befindest Du Dich mitten im kleinen historischen Ortskern mit seinen gestuften, engen Gässchen. Diese begleiten uns – im Wechsel mit schmalen, von Balkonblumen gesäumten Sträßchen – bis zu den Kastanienbäumen. Unser Weg ist Weg Nr. 1, Richtung San Cerbone.
Die Kastanienbäume wachsen hier bis in eine Höhe von über 500 Metern über dem Meeresspiegel. Kastanienwälder begleiten uns auf dem Weg bis zur Einsiedelei von San Cerbone. Man erzählt sich, dass der Heilige im 6. Jahrhundert hier Zuflucht gefunden habe, um den Verfolgern von Gummarith, Herzog der Langobarden, zu entkommen. Die kleine Kirche wurde allerdings erst einige Jahrhunderte später erbaut, vermutlich im 15. Jahrhundert.
San Cerbone erreicht man nach ungefähr 40 Minuten, wenn man dem Pfad in südwestlicher Richtung folgt. Kurz vor der Einsiedelei unterqueren wir die Seilbahn.
Von der Einsiedelei gehen wir einige Schritte zurück, bis wir an einen Abzweig nach links kommen. Wenig später treffen wir auf Weg Nr. 6. Hier beginnt ein Aufstieg von etwa 20 bis 30 Minuten. Nach der Einmündung in Weg 28 hältst Du Dich rechts. Auf dieser Höhe folgst Du der Kurve in Richtung Nordwesten. Der Pfad ist nun von mediterraner Macchia bestimmt. Immer wieder öffnet sich der Buschwald und gibt den Blick auf beeindruckende Panoramen frei. Der Weg schlängelt sich beinahe eben an den felsigen Hängen des Monte Capanne entlang. Mit etwas Glück kannst Du hier Mufflons, Rothühner oder sogar einen Mäusebussard auf der Jagd beobachten.

Im Frühling werden die Wanderpfade von den Düften der mediterranen Macchia erfüllt. Auf Wiesen, Feldern und Felsen blühen herrliche Orchideen und Veilchen in den schönsten Farbtönen. Auch von den weiter im Landesinneren verlaufenden Wanderwegen genießt man immer wieder bezaubernde Ausblicke auf das Meer.
Von der Kreuzung aus erreicht man in ungefähr einer Stunde das Tal von Pedalta. Von hier aus, nachdem Du einen Pinien- und Kastanienwald durchquert hast, gelangst Du an eine weitere Kreuzung. Aufsteigend erreichst Du in kurzer Zeit eine Hochebene, von der aus man an klaren Tagen im Westen Korsika und Capraia sowie im Osten den Zentral- und Ostteil der Insel Elba sehen kann. Am höchsten Punkt der Wanderung mündet Weg 28 in Weg 10 ein. Diesem folgen wir zurück nach Marciana.
Bevor diese Exkursion endet, solltest Du unbedingt noch die nahe gelegene Fortezza Pisana besuchen. Ebenfalls nur wenige Minuten entfernt befindet sich im oberen Teil des historischen Zentrums von Marciana das Antiquarium mit interessanten archäologischen Fundstücken aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit.